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Ausgabe Nr. 5 / 2018
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© shutterstock/frankie’s

Energieeffizienz bei Nichtwohngebäuden: dena empfiehlt branchenspezifische Lösungen

Die Effizienz von Nichtwohngebäuden wird bisher zu unpräzise betrachtet – dabei sind sie für ein Drittel des Gebäudeenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Vier neue dena-Branchenanalysen zeichnen nun ein differenzierteres Bild von Wirtschaftsimmobilien und kommunalen Bauten. Nachholbedarf sehen die Experten vor allem bei Bürogebäuden.

Aktuell wird bei Nichtwohngebäuden verschiedener Branchen meist in Gebäudetechnik investiert, etwa in Beleuchtung oder Kältetechnik – auch, weil sich diese Investitionen schnell rechnen. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs finden nur vereinzelt statt. Um das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands zu erreichen, besteht hier noch deutlicher Nachholbedarf.

Um die Entwicklung voranzutreiben, hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) vier Analysen zu Handels-, Büro-, und Hotelimmobilien sowie zu kommunalen Gebäuden vorgelegt. Dabei wird klar: Die Unterschiedlichkeit der Branchen muss sich stärker in Politik, Information, Beratung und Förderung niederschlagen. 

Verschiedene Voraussetzungen – ähnliche Probleme

Im Einzelhandel herrscht hoher Konkurrenzdruck zwischen vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Hemmnisse für Energieeffizienz sind vor allem die mangelnden Ressourcen bei den KMU-Händlern sowie das Nutzer-Investor-Dilemma: Häufig muss der Eigentümer in Effizienz investieren, wovon vor allem der Nutzer profitiert. Denn die Mehrheit der Händler hat ihre Räume nur gemietet.

Die Hotelbranche ist geprägt von kleinen, eigentümergeführten Hotels, die eine Vielzahl existentieller Aufgaben bewältigen müssen. Fehlendes Know-how und fehlende Zeit in Kombination mit schwierigen Finanzierungsbedingungen prägen die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz in dieser Branche.

Im Bürosegment bestimmt die Lage den Markt. Büroimmobilien in begehrten Lagen sind knapp. Energieeffizienz ist dort weder beim Verkauf noch bei der Vermietung von größerer Bedeutung. Außerdem fehlt es der Branche an Bewertungskriterien, um Energieeffizienz positiv einschätzen zu können. Das Nutzer-Investor-Dilemma ist ein weiterer Grund für den geringen Stellenwert von Energieeffizienz.

Die öffentliche Hand und insbesondere die Kommunen schließlich stehen vor der Herausforderung, ihrer Vorbildrolle für Energieeffizienz und Klimaschutz gerecht zu werden. Dafür fehlen vor allem personelle Ressourcen, zum Teil mangelt es auch an Finanzmitteln.

So unterschiedlich die Ausgangssituationen für Energieeffizienz sind, so ähnlich sind die Hemmnisse, die daraus resultieren: KMU haben grundsätzlich wenig Ressourcen, um sich mit Themen außerhalb ihres Kerngeschäfts zu befassen. Fördermittel werden vor allem im Neubau genutzt – auch weil der Förderaufwand für Einzelmaßnahmen im Bestand oft als zu aufwändig bewertet wird. Das Investor-Nutzer-Dilemma ist zentrales Thema überall dort, wo viele Gebäude vermietet sind. 

Vier dena-Analysen zu Nichtwohngebäuden in Deutschland

Politik und Branchenvertreter müssen nach Einschätzung der dena in einen engeren Dialog treten, um diese Hemmnisse abzubauen und marktfähige Lösungen zu entwickeln, die sich gezielt an die einzelnen Branchen und deren unterschiedliche Segmente richten. 

Die nun erschienenen vier „dena-Insights“ sollen dabei unterstützen. Sie bündeln Erkenntnisse aus verschiedenen Studien, Modellprojekten, Beratungsreihen, umfangreichen Befragungen und dena-Branchendialogen. Zudem stellen sie die jeweiligen politischen und fördertechnischen Rahmenbedingen dar und beleuchten Entscheidungskriterien für die Investition in Energieeffizienz. Daraus leiten sie Empfehlungen zur Verbesserung der energetischen Situation ab. 

Weitere Informationen zu Nichtwohngebäuden und die kompletten Analysen stehen unter https://effizienzgebaeude.dena.de zur Verfügung.

 

Quelle:

Pressemitteilung der dena