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Ausgabe Nr. 5 / 2018
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© Max Langelott/Unsplash

Wohnpolitik: Gebäudeeffizienz ist unverzichtbar

Effizientes Wohnen bringt nicht nur die Energiewende voran, sondern senkt auch die Kosten – und macht Wohnungen damit besser bezahlbar. Dennoch fand der Wohngipfel der Bundesregierung ohne Effizienz- und Umweltexperten statt. Verbände kritisieren das.

Ende September trafen beim sogenannten Wohngipfel Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie aus der Baubranche und von Mieterverbänden zusammen. Effizienz- oder Umweltverbände waren jedoch nicht eingeladen. Beschlossen wurde zwar ein Maßnahmenpaket, das den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Städten lindern soll. Doch Bekenntnisse zu „energieeffizienten Gebäuden, klimafreundlichen Quartieren und einer insgesamt zukunftsfähigen Stadtplanung“, wie sie dena-Chef Andreas Kuhlmann im Vorfeld forderte, sucht man vergebens.

Auch die steuerliche Abschreibung für energetische Sanierungen wurde nicht weiter verfolgt. „Dabei sind sich Experten weitgehend einig, dass die derzeitige Sanierungsquote von jährlich weniger als einem Prozent des Gebäudebestandes kaum steigen wird, wenn es keine steuerliche Förderung gibt. Um den Gebäudesektor wie geplant bis 2050 klimaneutral zu machen, muss die Sanierungsrate aber deutlich über zwei Prozent liegen“, kommentiert klimareporter.de.

Energiewende und bezahlbares Wohnen gehen zusammen

Der Wohngipfel habe eine Chance geboten, Energiewende und bezahlbares Wohnen in Einklang zu bringen, so dena-Chef Kuhlmann. Oftmals nämlich werden Effizienzmaßnahmen für steigende Miet- und Baupreise verantwortlich gemacht oder zum Vorwand genommen, die Mieten drastisch zu erhöhen. In der Folge leben einkommensschwache Haushalte oft in unsanierten Wohnungen – und zahlen dort viel höhere Heizkosten.

Der so entstehende „Eindruck, dass Energieeffizienz im Gebäudesektor dem sozialverträglichen Bauen entgegensteht, ist falsch“, so die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf klimareporter.de. Klimaschutz sei nicht der zentrale Kostentreiber im Bausektor, unterstreicht auch dena-Chef Kuhlmann. Im Gegenteil: Effizienzmaßnahmen „senken die Heizkosten, entlasten die Bürger damit dauerhaft und sind somit ein Schlüssel für bezahlbares Wohnen“, erläutert der Branchenverband DENEFF. Energieeffizientes Bauen sei im Laufe der Jahre günstiger geworden, unter anderem durch die steigende Nachfrage für effiziente Produkte und die damit verbundenen Preissenkungen.

Verbände beklagen fehlenden Gesprächswillen

dena-Chef Kuhlmann betont, dass es „einen breiten Diskurs über stadtpolitische Konzepte der Zukunft“ brauche. „Die berechtigten Interessen des bezahlbaren Wohnens und des Klimaschutzes“ seien „zwei Seiten der gleichen Medaille“. Sie müssten „zwingend zusammen gedacht werden“, so auch die DUH. Entscheidende Akteure nicht zum Wohngipfel einzuladen und womöglich Anforderungen aufzuweichen, sei der falsche Weg, bemängelt der Verband für Wärmelieferung. In der angekündigten Gebäudekommission der Bundesregierung müsse man daher gemeinsam am Tisch sitzen.

Quellen:

Kommentar von dena-Chef Andreas Kuhlmann

Pressemeldung der Deutschen Umwelthilfe

Artikel bei klimareporter.de

Meldung bei tagesschau.de