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Ausgabe Nr. 2 / 2018
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© Rogier Bos

Energiesprong: Frankreich startet serielle Sanierungen

In Frankreich wurden jüngst die ersten Wohnhäuser nach dem Energiesprong-Prinzip seriell saniert. Dabei werden Mietobjekte in wenigen Wochen zu Nullenergiehäusern umgerüstet. Das in den Niederlanden entwickelte Konzept findet europaweit Nachahmer. In Deutschland treibt die dena die Entwicklung voran.

Insbesondere für Wohnblöcke, die von Wohnungsbaugesellschaften vermietet werden, soll Energiesprong eine einfache und kostengünstige Möglichkeit für energetische Sanierungen bieten. Die Objekte werden mit Fertigteil-Fassaden, photovoltaik-bestückten Dächern und modernen Heiztechnikmodulen ausgerüstet. Ziel ist der Nullenergie-Standard, bei dem das Gebäude so viel Energie produziert, wie in ihm verbraucht wird. Die Umrüstung ist binnen weniger Wochen abgeschlossen, die Bewohner müssen während dieser Zeit nicht ausziehen.

Hauptvorteile der Maßnahme sind die vereinfachten Sanierungsprozesse für Wohnungsunternehmen und der effiziente Einsatz von Fachkräften auf der Baustelle, der die Kapazitäten bei den ausführenden Baufirmen deutlich erhöht. Zudem wird eine warmmietenneutrale Umsetzung angestrebt. Nicht zuletzt sollen die sanierten Gebäude wieder modern wirken und ihrer Nachbarschaft „neues Leben einhauchen".

Modellvorhaben in mehreren Ländern

Finanziert wird eine Energiesprong-Sanierung, indem die Mieter nach der Sanierung weiterhin dieselben Energieabschläge zahlen wie davor. Da die Energiekosten aber deutlich sinken, entsteht so ein Zahlungsplus, das die Umrüstung – in Verbindung mit niedrigeren Wartungskosten für die moderne Technik – ratenweise rückfinanziert.

In den Niederlanden, wo das Konzept entwickelt wurde, hat Energiesprong bereits tausende Sanierungen umgesetzt. In Frankreich wurden Ende Februar die ersten zehn Gebäude der Wohnungsgesellschaft Vilogia umgerüstet, die bereits über 150 weitere Sanierungen plant. Auch in Großbritannien und im US-Bundesstaat New York entstanden bereits Modellprojekte. In Italien und Deutschland sind ebenfalls Energiesprong-Sanierungen geplant. Hiesiger Partner ist die dena; bis Ende 2019 läuft eine Finanzierung zur Markterschließung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Quellen:

Pressemeldung: Erste Energiesprong-Sanierungen in Frankreich

Überblick zum Stand von Energiesprong in Deutschland